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Wallfahrtsleiter bei den Schützen

„Abschied und Aufbruch“ – Marienwallfahrt Werl 2020: Zu diesem Thema referierte Wallfahrtsleiter Gerhard Best am vergangenen Sonntag, 1. März 2020, vor über 700 Schützenschwestern und Schützenbrüdern aus den 19 Bruderschaften, Vereinen und Gilden des Bezirksverbandes Wiedenbrück im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e.V. in der neuen Stadthalle in Wiedenbrück. Diese waren am ersten Fastensonntag aus Anlass ihres 61. Bezirksbruderschaftstages zu einem Besinnungsnachmittag versammelt.

Im ersten Teil seines Vortrags erinnerte der neue Werler Wallfahrtsleiter an den Abschied der Franziskaner nach 170jähriger segensreicher seelsorglicher Tätigkeit im Marienwallfahrtsort Werl. Anschließend ging es um das Pilgern als Bild des eigenen Lebensweges wie auch um die Motive, die Menschen veranlassen, eine solche oft beschwerliche Herausforderung auf sich zu nehmen: Erfahrungen der Nähe Gottes im Gebet, der Gemeinschaft mit den Menschen unterwegs und seiner guten Schöpfung – Erfüllung von Gelübden oder lange und tief verwurzelte Traditionen – der Wunsch nach Entschleunigung und einem einfachen Lebensstil – eine körperliche (und sportliche) Herausforderung, die persönliche Grenzen aufzeigt. Bemerkenswert ist, dass solche Wallfahrtstraditionen alle drei großen monotheistischen Weltreligionen verbindet: das Judentum mit seiner Wallfahrt nach Jerusalem, den Islam mit seiner Wallfahrt als eine der fünf Säulen des religiösen Lebens nach Mekka oder nach Medina, das Christentum mit dem Besuch von weltweit bedeutenden oder regional geschätzten Wallfahrtsorten. Der dritte Teil machte deutlich, dass Wallfahrtswege Ziele haben, die den Menschen spirituelle Heimat und persönlichen Halt schenken. Für den Marienwallfahrtsort Werl wies der Referenz auf den besonderen Akzent der Integration und Beheimatung hin – ein Merkmal, das die polnischen Wallfahrten des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts aus dem Ruhrgebiet, die Vertriebenenwallfahrten seit 1946 und die Wallfahrt der Portugiesen – heute die zahlenmäßig größte, die jährlich nach Werl kommt – miteinander verbinden. Selbstverständlich erfolgte zum Ende des Vortrag auch eine herzliche Einladung an die anwesenden Schützenbruderschaften, Vereine und Gilden, demnächst einmal Werl und das dortige Gnadenbild in der Wallfahrtsbasilika zu besuchen.

Das Foto zeigt (den reich beschenkten) Wallfahrtsleiter Gerhard Best (Mitte) mit dem neuen Paderborner Diözesanbundesmeister und Wiedenbrücker Bezirksbundesmeister Mario Kleinemeier (links) sowie dessen Stellvertreter im Bezirksverband Wiedenbrück Stefan Wellerdiek (rechts).


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