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Gemeindebesuch in Warstein

„Stoht op, stoht op, louwet Guott diän Hären, di Gourresmutter lott ues ähren!“ So kann man auf dem Wallfahrtsbild der Warsteiner lesen, das unter den Arkaden auf dem Vorplatz der Werler Wallfahrtsbasilika seit langem seinen Platz hat. Denn schon seit (mindestens) 238 Jahren kommt jährlich eine Prozession aus der Stadt Warstein zu Fuß nach Werl, der sich unterwegs beispielsweise in Belecke zahlreiche weitere Pilgerinnen und Pilger anschließen. In Werl feiern die Warsteiner dann am ersten Samstag und Sonntag im Juli das Patronatsfest der Wallfahrt Mariä Heimsuchung mit. Auf dem Hinweg ist in Brüllingsen in alter Tradition und bester Gastfreundschaft am Samstagmorgen das Frühstück und am Sonntag auf dem Rückweg das Mittagessen in Familien und im Pfarrheim. Weiter geht es dann nach Soest und von dort mit der Eisenbahn nach Werl. Nach der Teilnahme an der abendlichen Lichterprozession aller zum Patronatsfest in Werl anwesenden Gruppen feiern die Warsteiner dann zu Mitternacht ihr Wallfahrtshochamt. Im Rahmen der Gemeindebesuchte durch das Werler Wallfahrtsteam war Pastor Dr. Gerhard Best am Samstag/Sonntag, 08./09. Februar 2020, in Warstein und durfte in der dortigen St.-Petrus-Kirche, in der auch die Prozession nach Werl beginnt und ihren Anschluss hat, in der Vorabendmesse um 17 Uhr und im Hochamt um 11 Uhr die Predigt halten. Ausgehend vom Titel „Ich bin dann mal weg!“ des bekannten Buches von Hape Kerkeling, in dem dieser seine Erfahrungen auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela schildert, machte der Prediger deutlich, dass dieses Wort zwar von den Franziskanern gilt, die leider am Sonntag, dem 01. September 2019, die Wallfahrtsstadt Werl nach 170jähriger seelsorglicher Tätigkeit verlassen haben, nicht aber vom Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“, das seinen nach wie vor in der Wallfahrtsbasilika behalten hat und sich darauf freut, auch in 2020 wieder zahlreiche Gruppen und Einzelpilgerinnen und Einzelpilger zu begrüßen.

 Zu ihnen wird selbstverständlich auch wieder die Warsteiner Prozession gehören. Dass dieses „Ich bin dann mal weg!“ allerdings an einem Nachmittag des Monats März sehr konkret sein wird, war für die Zuhörerinnen und Zuhörer in der St.-Petrus-Kirche n Warstein eine interessante Neuigkeit am Ende der Predigt. Weil die Gefangenen in der Justizvollzugsanstalt in Werl als einzige Bewohner dieser Stadt in der Regel nicht die Möglichkeit haben, das Gnadenbild in der Wallfahrtsbasilika zu besuchen, wird dieses am Freitag, dem 20. März 2020, nachmittags die Wallfahrtskirche verlassen und einen Besuch bei den Bewohnern und Mitarbeitenden der JVA machen. In einem Mariengottesdienst haben diese dann auch einmal die Möglichkeit, dem Gnadenbild aus ihrer Stadt nahe zu sein. Den Abschluss bildet natürlich – wie es sich für eine Wallfahrt „gehört“ – ein gemeinsames Kaffeetrinken.


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