Montag, 6. April 2020

Hinter allen Krisenmeldungen gibt es auch in diesen Tagen und Wochen frohmachende Projekte und Botschaften. Eines davon hat mich sehr berührt und beeindruckt: Die Einsatzkräfte der Stadt Aachen fahren seit Tagen jeden Abend mit dem Udo-Jürgens-Song "Und immer wieder geht die Sonne auf" durch die Straßen, um nicht nur den Menschen etwas Hoffnung zu schenken, sondern auch dazu aufzurufen, aufeinander achtzugeben. 

Palmsonntag, 05.04.2020

"Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist sanftmütig und er reitet auf einer Eselin und auf einem Fohlen, dem Jungen des Lasttiers. (Mt 21,5)
... und keiner ist da der IHM zujubelt, weil Gottesdienste nicht stattfinden und die Gemeinden nicht den Einzug in Jerusalem und den Beginn der Karwoche feiern können.
Ein sehr krasses Gefühl! Hätte Jesus damals wirklich keiner zugejubelt, aus welchen Gründen auch immer, wie wäre seine Lebensgeschichte weiterverlaufen? Lassen Sie mich eine Hypothese aufstellen:
Es hätte kein letztes Abendmahl, keine Gefangennahme, keine Verurteilung und keine Kreuzigung gegeben. Was wäre diesem Jesus alles erspart geblieben? Wie wäre sein Leben verlaufen?
Aber es hätte auch keine Auferstehung und auch keine Hoffnung für uns gegeben.
Wie sehe unser religiöses Leben heute aus? Mir wird durch diese Corona Krise bewusst, was mir fehlt und was ich in meinem Leben nicht missen möchte!
(Markus Ende)

Samstag, 4. April 2020

Aus den vielen Gesprächen in dieser Woche: 

Trösterin der Betrübten, Schwester im Glauben, trage unsere Bitten zu Gott.

Für alle, die allein sind. Für alle, die Angst haben. Für alle, die mit dem Schlimmsten rechnen. Für alle, die mutig ihren Alltag meistern. Für alle, mit denen niemand spricht. Für alle, die die Gemeinschaft im Gottesdienst vermissen. Für alle, die einen Blick auf ihre alten Nachbarn haben. Für alle Eltern, die sich um ihre Kinder kümmern. Für alle, die dafür sorgen, dass wir gut versorgt sind. Für alle, die traurig sind und deren Seele leidet. Für alle Kranken. Für alle Sterbenden.

Für all diese Anliegen und viele weitere brennen Tag für Tag die Kerzen in der Wallfahrtsbasilika. Wenn Ihnen etwas auf der Seele liegt, rufen Sie uns im Pilgerbüro an oder schreiben Sie uns eine E- Mail. Gerne bringen wir Ihren Gebetswunsch vor Gott und entzünden für Sie eine Kerze.

Freitag, 3. April 2020

Mit einem solch' großen Interesse hatten wir im Wallfahrtsteam nicht gerechnet! Nachdem am Mittwochmorgen von unserer Idee - oder richtiger: der Idee von Pastor Stephan Mockenhaupt - in der Zeitung zu lesen war, standen die Telefone im Pilgerbüro nicht mehr still! Viele Menschen aus unserer Stadt Werl und darüber hinaus wünschen sich den Ostergruß der Werler Marienwallfahrt, die kleine Tüte mit dem Palmzweig, dem geweihten Wasser und der Osterkerze. So kann man trotz des gebotenen Verzichts auf gemeinsame Gottesdienste die Kar- und Ostertage zuhause feiern: anders zwar, als gewohnt - aber doch als Begegnung mit dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn. Denn gerade in den Wochen, die wir derzeit erleben, gelten seine Zusagen ganz besonders: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen!" - Und: "Seid gewiss, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt!"

Seit gestern packen wir jetzt Tüten. Wir tun es gern, weil wir an die Menschen denken, denen wir sie bringen dürfen. So entstehen Kontakte, und das vielfältig. Wie manche Anruferin und mancher Anrufer haben nicht nur eine Ostertüte "bestellt", sondern die Gelegenheit zu einem kurzen oder auch längeren Austausch genutzt. Und wenn unser Wallfahrtsteam und manche Ehrenamtlichen dann in der Karwoche in den Straßen unserer Stadt unterwegs sind, werden wir wieder zu einer Kirche, die sich auf den Weg zu den Menschen macht. Wunderbar! Gerade in Zeiten des Ungewohnten und Ungewissen sind wir Christen phantasievoll und erfinderisch - in Werl und vielerorts.

Weit über 300 Ostertüten sind bereits bestellt. Bis Montag kann man sich noch melden. Allerdings haben wir jetzt vom Wallfahrtsteam als "Obergrenze" die Zahl 600 gesetzt. Denn dann haben wir keinen Buchsbaum mehr - und auch die Osterkerzen gehen dann langsam zuneige ...

Danke für Ihr Interesse! Im Gebet miteinander verbunden,

Ihr Pastor Gerhard Best.

Donnerstag, 2. April 2020

In diesen Tagen und Wochen werden eine Menge an Terminen und Veranstaltungen abgesagt: Konzerte, Fußballspiele, Feierlichkeiten von Geburtstagen und Jubiläen; selbst die Osterfeierlichkeiten in Kirche und Familie werden in diesem Jahr anders als gewohnt. Leider!!! In diese Enttäuschung oder sogar so manche Trauer hinein verschickt der Ein oder Andere hoffnungsvolle Dinge. Sie weisen uns den Blick in die andere Richtung: nämlich auf das, was augenblicklich nicht abgesagt ist. So las ich folgende Schlagworte, die - über die sozialen Medien verbreitet - in einem Schaukasten einer Kirchengemeinde bunt geschrieben standen: Neugier   Trost   Himmel   Spiel   Bücher   Lachen   Anrufe  Liebe   Musik   Vogelgezwitscher   Chatten   Singen   Wolken   Hoffnung   Schmetterlinge   Mailen   Solidarität   Bäume   Duft   Kerzen   Osterglocken   Hilfe   Spaziergang   Träumen   Menschlichkeit   Sonne   Malen   Lesen   PC    und die Worte Glaube   , Gott    und Beten  .

Der Glaube mag dabei helfen, dass Gott doch alles zum Besseren wenden möge. Und viele Menschen nutzen das Gebet, um IHM das zu sagen, was sie derzeit umtreibt: ein Gebet des Dankes, ein Gebet des Flehens, ein Bittgebet, ein Gebet, in dem Enttäuschung und Wut seinen Platz finden kann - wie auch immer. Das heutige Tagesgebet formuliert es so: "Allmächtiger Gott, erhöre unser Gebet und beschütze uns, denn wir setzen unsere ganze Hoffnung auf dich." Und Gott antwortet in der Lesung aus dem Buch Genesis (Gen 17,1a.3-9) mit einer Zusage: "Ich schließe meinen Bund zwischen mir und dir samt deinen Nachkommen, Generation um Generation, einen ewigen Bund: Dir und deinen Nachkommen werde ich Gott sein." (Gen 17,7). Gott erteilt uns keine Absage. Im Gegenteil. Er geht mit uns - vor allem und gerade in diesen äußerst ungewohnten Zeiten. Das Zeichen seines Bundes ist der Regenbogen (Gen 9,13). Vielleicht entdecken wir in den Dingen, die in diesen Tagen nicht abgesagt sind und uns so bunt daherkommen, die Zeichen seiner besonderen Zusage und Nähe.

(Stephan Mockenhaupt)

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